Aquarium Unterschrank

Was sind die Vorteile, Nachteile und Besonderheiten von einem Aquarium Unterschrank?

Für Besitzer kleiner Aquarien bis 40 Liter Inhalt stellt sich die Frage nach einem Aquarium Unterschrank nicht oder nur bedingt. Ein Aquarium in dieser Größenordnung kann seinen Stellplatz auf einem halbwegs stabilen Sideboard oder Schrank finden. Eine wasserfeste Unterlage verhindert Wasserflecken. Dieser Artikel geht der Frage nach, ab welcher Größe ein spezieller Unterbau sinnvoll ist, worauf geachtet werden sollte und welche Alternativen es gibt.

Zwei Fische am Grund des Beckens
Zwei Fische am Grund des Beckens

Faustformel zur Gewichtsberechnung: 1,5 x Füllvolumen

Eine einfache Faustformel besagt, dass ein Aquarium ungefähr das 1,5-Fache seines Füllvolumens in Kilogramm wiegt. Beispiel: Ein normales 160 Liter Aquarium bringt es somit auf etwa 240 kg. Viel zu viel für einen typischen Wohnzimmerschrank.

Bei einem Aquarium mit 60 Litern Inhalt oder mehr sollte sich der Aquarianer deshalb im Vorfeld genau überlegen, ob der geplante Aquarium Unterschrank auch wirklich ausreichend Sicherheit bietet. Moderne Gebrauchsmöbel sind kaum geeignet, auf kleinem Platz etwa 80 Kilogramm oder mehr zu tragen. Als erster, oberflächlicher Test kann eine Gewichtsprobe durchgeführt werden: Setzt man sich mit seinem vollen Gewicht auf den Schrank und fängt dieser an zu knirschen oder sich (auch nur minimal) seitlich zu beugen, sollten alle Alarmglocken schrillen. Auch reagieren moderne Möbel meistens sehr empfindlich auf Wasser und Feuchtigkeit.

Die wesentlichen Vorteile: Sicherer Halt und zusätzlicher Stauraum

Gewicht: Das zentrale Problem beim Aquarium Unterschrank
Gewicht: Das zentrale Problem beim Aquarium Unterschrank

Größere Aquarien benötigen in jedem Fall einen speziellen Aquarium Unterschrank. Dieser ist für die starke Belastung gefertigt, hat stabile Seitenwände und die Verbindungselemente sind entsprechend. Ein weiterer Vorteil ist, dass er in der Rückwand Aussparungen für Kabel und Schläuche hat, die zum Betrieb des Aquariums notwendig sind. Solche Schränke bieten außerdem Stauraum für einen Außenfilter und weiteres Zubehör. Alles was dem Wohl der Fische und dem Unterhalt des Beckens dient, hat seinen festen Platz.
Bei der Auswahl des geeigneten Schranks ist aber Vorsicht geboten. Es soll einige Anbieter geben, die spezielle Aquarium Unterschränke anbieten, die häufig nicht viel besser verarbeitet sind, als ein normales Gebrauchsmöbel aus einem Möbelmarkt. Mit einem Unterschied – sie sind um ein Vielfaches teurer. Preiswertes Material und einfachste Beschläge aus Plastik sind verarbeitet. Die dünnen Rückwände klappern in ihrer Führung. Was passiert, wenn darauf ein größeres Becken mit Wasser befüllt und eventuell noch versucht wird, das Aquarium einzurichten – bitte, gar nicht erst zu Ende denken!

Die Alternative: Unterbau selber basteln

Wer ein Aquarium ohne Unterschrank erwirbt oder geschenkt bekommt, hat das Problem einen passenden Aquarium Unterschrank zu finden. Dieser sollte nämlich mehr oder weniger passgenau sein. Er darf zwar unwesentlich größer, in keinem Fall aber kleiner sein. Denn die Aquarium Unterschränke sind so bemessen, dass die Last mit dem Rahmen des Beckens auf den Flanken des Schrankes aufliegt und der Boden des Beckens plan auf der Fläche liegt. Mit der Wasserwaage muss beim Aufstellen deshalb sichergestellt werden, dass der Unterbau genau waagerecht steht. Ist das nicht der Fall, besteht die Gefahr des Verwindens. Fehlen nur wenige Zentimeter kann die Fläche mit einem starken Brett oder einem Stück Küchenplatte vergrößert werden.

Für gute Bastler besteht auch die Möglichkeit, sich den Aquarium Unterschrank selber zu bauen. Die Bauanleitungen dazu sind im Internet zu finden und es gestaltet sich gar nicht so schwer, den Aquarium Unterschrank selber zu bauen. Zeitsparend, kostengünstig und äußerst stabil ist ein Unterschrank aus Gasbetonsteinen und Holzbrettern. Türen dafür kommen aus den Heimwerker Märkten.

Tipp: Feuchtigkeit ist der Feind im Aquarium Schrank

Es ist sehr wichtig Feuchtigkeit oder Nässe im und auf dem Aquarium Unterschrank zu vermeiden. Holz verträgt nur wenig Wasser und kann sich bei Kontakt mit Feuchtigkeit verziehen oder aufquellen. Deshalb sollten keine feuchten oder gar nassen Gegenstände in den Schrank gelegt werden. Wasser, welches beim Säubern oder Füttern auf den Aquarium Unterschrank gespritzt ist, sollte sofort mit einem trockenen Tuch abgewischt werden. Kritisch wird es beim Wasserwechsel oder beim Beschneiden der Wasserpflanzen. Wasser läuft an den Scheiben nach unten und hat die Möglichkeit, zwischen Aquarium und Schutzplatte zu verschwinden. Tipp: Ein zusammengedrücktes, weiches Tuch am Aquarium kann zwar als Schutzwall dienen.

Ein Malawi Barsch im Becken
Ein Malawi Barsch im Becken

Das Zusammenspiel aus Form, Material und Farbe

Aquarium und Unterbau sollten in Form und Farbe eine geschlossene Einheit bilden. Denn so eine Einheit bildet mit Sicherheit den zentralen Punkt eines Raumes und sollte sich in die übrige Einrichtung des Raumes gut einordnen.

Die meisten (und auch klassischen) Aquarien verfügen über ein rechteckiges Becken mit geraden, glatten Scheiben. Es gibt allerdings auch ausgefallenere Modelle mit quadratischer Grundfläche oder gebogener Frontscheibe. Je nach Modell ist es deshalb notwendig, den passenden Aquarium Unterschrank zu finden. Ein Unterbau, der nicht zum Aquarium passt, widerspricht nicht nur der Ästhetik, sondern gefährdet auch die Stabilität. Im schlimmsten Fall kann es dabei zum Bruch des Beckens und somit zum Auslauf kommen.
Der sicherste Weg ist, Aquarium und Unterschrank als Set vom gleichen Hersteller zu erwerben. Diese stellen auch Aquarium Unterschränke für größere Becken her. Die gängigsten Größen sind 100×50, 80×35 und 120×40. Diese Modelle können oftmals auch problemlos mit Aquarien anderer Hersteller besetzt werden, vorausgesetzt, die Abmessungen sind identisch.
So ein Aquarium Unterschrank ist nicht nur ein Funktionsgegenstand, sondern sollte zugleich ein ansehbares Einrichtungsmöbel darstellen. Deshalb sollte er zusammen mit dem Aquarium eine Einheit in Farbe und Dekor bilden.

 

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